04.12.2010

Unter Rebellen

Zwei Nachmittage und 460 Seiten waren verschlungen. Natürlich landete das Buch nicht in meinem Magen, aber in meiner Erinnerung wird es sicher lange bleiben. Trish Perkins beschreibt in diesem Buch ihre Geschichte. Sie lebt mit ihrem Mann als Missionarin in Mosambik. Eines Tages werden sie, ein befreundetes Ehepaar mit einem kleinen Kind, die gerade auf Besuch sind, und zwei Krankenschwestern, die bei ihnen arbeiten, von Rebellen entführt. Ein Marsch von drei Monaten über 500 km durch den Dschungel von Mosambik erwartet sie. Trish Perkins beschreibt ihre Erfahrungen währende dieser Zeit – ohne etwas zu beschönigen, aber auch ohne Spannung und Drama erzwingen zu wollen. Denn davon hat dieses Erlebnis auch so schon genug. Ich war gefesselt von dem Buch und es brachte mich viel zum Nachdenken. Trish Perkins beschreibt die Probleme, die sie hatten, beschreibt die Kämpfe die sich durchstehen mussten. Ich habe mich während und nach dem Lesen oft gefragt: Wie würde ich reagieren, wenn ich nach einem Monat genug von meinen Mitmenschen habe, und trotzdem dauernd mit ihnen zusammen sein muss und auf sie angewiesen bin? Würde ich mich zwingen können, 14 Stunden zu marschieren, würde ich die Kraft aufbringen, nach einer Pause wieder weiterzugehen? Wie würde ich meinen Entführern gegenübertreten? Die Personen, die all das erlebt haben, konnten das alles nur aushalten, weil sie wussten, dass Gott mit ihnen war. Er gab ihnen Kraft, er heilte sie und er formte und veränderte sie während ihrer unfreiwilligen Reise. Ein wirklich empfehlenswertes und spannendes Buch.

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